Laura Wöllisch — „Ich will zeigen, dass ich etwas Besonderes bin!“

Sie ist der strahlende Beweis dafür, dass man, wenn man etwas wirklich will, alles schaffen kann.

Luisa Wöllisch ist 22 Jahre alt, lebt mit ihrer Mutter Eva (54, Montessori-Lehrerin) am Ammersee (Bayern) und spielt im neuen Kino-Knaller „Die Goldfische“ mit Stars wie Axel Stein (37), Jella Haase (26) und Kida Ramadan (42) ihre erste große Film-Rolle.

Das Besondere: Wöllisch hat das Down­syndrom.

In „Goldfische“ sieht man Luisa Wöllisch an der Seite von Jella Haase (M.) und Axel Stein (l.), der einen Autisten spielt. Wöllisch über Stein: „Er hat das so toll gemacht, dass ich es ihm abgekauft hFoto: Jürgen Olczyk/ Sony Pict.Entertainment Deutschland/ Wiedemann&Berg Film

Die Ausprägung ihrer Behinderung ist gering, sie hat kaum Einschränkungen. Dennoch war ihr Lebensweg nicht immer leicht.

Mutter Eva zu BILD: „Wir mussten schwer dafür kämpfen, dass Luisa in die Tutzinger Grundschule gehen durfte. Wir hatten das Glück, dass kurz vor ihrer Einschulung eine neue Direktorin kam, die für eine Inklusionsklasse aufgeschlossen war. Je nach Altersstufe haben wir mit Luisa immer wieder über ihr Downsyndrom gesprochen und erklärt, was das ist.“

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Ihr Leben heute: Ihr Zimmer ist mehr als ordentlich. Zwei Hobbit-Plakate an den Wänden, Sandkasten-Freundin Nora hat sie mit ihrer Leidenschaft für Fantasy-Filme angesteckt. Im Regal steht eine Musikanlage, denn Musikhören und Tanzen ist ihre Leidenschaft. Sie liebt Musicals.

Mutter Eva: „Luisa sollte nicht nur Frauen mit Downsyndrom spielen dürfen, sondern ganz normale Rollen, dann hätten wir Inklusion.“Foto: Stefan M. Prager

Kein Wunder, dass Wöllisch schon immer vom Scheinwerferlicht träumte. Nach der Schule ging sie deshalb an die Freie Bühne München. Absolvierte dort eine dreijährige Ausbildung zur Schauspielerin. Sie wurde Ensemble-Mitglied und ist mittlerweile Dozentin. Dort wurde sie auch für „Die Goldfische“ entdeckt, verbrachte letzten Sommer 25 Tage am Filmset.

Wöllisch zu BILD: „Einen Plan B gibt es für mich nicht. Ich habe sogar gelernt, wie man auf Kommando weint. Man muss an Sachen denken, die einen traurig machen, sich da reinfühlen und dann kommen die Tränen von allein.“ Dass sie jetzt durch den Film im Rampenlicht steht, stört sie gar nicht.

Wöllisch: „Ich find’s schön, der Publikumsliebling zu sein. Ich bin ja auch was Besonderes, und das kann ich ruhig der ganzen Welt zeigen.“

Luisa Wöllisch beim Schauspieluntericht an der Freien Bühne München. Dort arbeiten Schauspieler mit und ohne Behinderung gemeinsam professionell zusammenFoto: Sina Schuldt / picture-alliance

Was ist Downsyndrom?

Die häufigste Form der Trisomie. Das ist keine Krankheit, sondern eine Anomalie des Erbgutes.

Die Gene der Betroffenen weichen vom herkömmlichen Zustand ab. Häufigste Form ist das Downsyndrom, auch Trisomie 21 genannt. Dabei sind alle oder auch nur ein Teil der Körperzellen mit einem dritten Chromosom 21 ausgestattet.

Typische Symptome sind ein kurzer Kopf, ein rundes und flaches Gesicht sowie Kleinwuchs. Mögliche Folgen der genetischen Veränderung sind Herzfehler, Hör- und Sehstörungen sowie eine erhöhte Infektanfälligkeit.

Insgesamt gibt es mehr als 120 Symptome und viele verschiedene Ausprägungen, auch geistige Einschränkungen können dazugehören.

Источник: Bild.de

Источник: Corruptioner.life

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