Illegale Bitcoinschürfer im Vogtland aufgeflogen

Klingenthal ist für vieles bekannt. Das kleine Städtchen im sächsischen Vogtland war im Mittelalter eine Hochburg des Bergbaus, später wurden hier von böhmischen Exilanten Geigen und andere Musikinstrumente gefertigt, und heute ist die Skischanze Austragungsort von Weltcup-Springen. Sigmund Jähn, der erste Deutsche, der in den Weltraum geflogen ist, wohnt ganz in der Nähe. Doch nun hat es Klingenthal mit einer ganz anderen Meldung in dieser Woche in die Medien geschafft: Mit einem Großeinsatz gegen Stromklau, den sogenannte „Miner“ verursacht haben sollen.

Franz Nestler

Doch von vorne: In den vergangenen Jahren haben sogenannte Digitalwährungen für Aufsehen gesorgt. Sie sind eigentlich zum Bezahlen gedacht, doch waren sie zuletzt eher ein Gut für Zocker, da die Transaktionen zu teuer und langwierig waren sowie die Kursschwankungen zu stark. Für Zocker sind sie allerdings ein Paradies, da die Preise lange Zeit nur eine Richtung kannten: nach oben.

Um die Netzwerke für Digitalwährungen zu betreiben, ist eine ganze Menge Strom erforderlich. Deswegen stehen die Rechenzentren, die Bitcoin herstellen, größtenteils in Ländern, in denen der Strom billig ist, etwa in China. Diese sogenannten Miner halten das Netzwerk am Laufen. Und hier schließt sich der Kreis zu Klingenthal.

Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren

Dort sollen eine Frau und fünf Männer solch ein Rechenzentrum betrieben haben. Es stand in den Räumen der früheren PGH Elektro, einer Produktionsgenossenschaft des Handwerks. Unter solchen Genossenschaften wurden früher Handwerker mehr oder weniger mit Zwang zusammengeschlossen. Und eben in solchen Räumlichkeiten wurde ein Rechenzentrum betrieben. Die 49 Rechner, davon 30 mit Spezialhardware, 80 Grafikkarten, zahlreiche Kabel – liefen mutmaßlich Tag und Nacht. Das Problem daran: Sie taten es illegal. Da der Strom in Deutschland vergleichsweise teuer ist, lässt sich so ein Rechenzentrum in Deutschland eigentlich nicht wirtschaftlich betreiben. Doch der Strom wurde illegal unter Umgehung eines Zählers abgezapft, der Schaden beläuft sich auf 220.000 Euro. Die Anlage verbrauchte nach Angaben der Staatsanwaltschaft Zwickau so viel Strom wie 30 normale Haushalte. Das fiel auf.

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