Filtersäulen gegen Schadstoffe: Dieselfahrer dürfen hoffen

Für Autofahrer mit Euro-4-Diesel gilt in Stuttgart schon ein Fahrverbot. Aber die nächste Stufe, der Ausschluss von Euro-5-Autos aus dem Stadtgebiet, könnte abgewendet werden, wenn die Belastung mit Stickoxiden schnell deutlich gesenkt wird. Daran könnten Luftfilter entlang der neuralgischen Straßenabschnitte einen wichtigen Anteil haben.

Susanne Preuß

Seit November stehen 17 Filtersäulen in der Nähe der berühmt-berüchtigten Kreuzung Neckartor – und seither hat sich schon einiges getan. 10 bis 30 Prozent der Schadstoffe könne man damit aus der Luft filtern, verspricht der Hersteller Mann + Hummel. Bisher gilt das zwar nur für Feinstaub, aber das gleiche Ergebnis soll auch für Stickoxid erzielt werden können.

„Die Filtersäulen wirken“, sagte Christoph Erdmenger, Leiter nachhaltige Mobilität im baden-württembergischen Verkehrsministerium, bei der Vorstellung der Technologie in Ludwigsburg: „Das macht uns optimistisch, dass wir weitere Verkehrsverbote vermeiden können.“ Die Nachricht erinnert an den neuesten Coup der Stadt Kiel, wo diese Woche ein „Luftstaubsauger“ in der Größe eines Kleinlasters aufgestellt wurde – in der Hoffnung, die Schadstoff-Werte an der einzigen Messstelle der Stadt könnten sich ausreichend verbessern.

Filtersäulen mit enormer Effizienz

Das Projekt in Stuttgart ist zwar erst in der Pilotphase, hat aber gleichwohl einen ganz anderen Reifegrad. Während Kiel auf das Start-up Purevento vertraut, greift man in Baden-Württemberg auf die Kenntnisse der Autobranche zurück. Die Filtersäulen in Stuttgart basieren auf der Technologie für Auto-Innenraumfilter von Mann + Hummel. Das Familienunternehmen aus Ludwigsburg, nach eigenen Angaben „Weltmarktführer auf dem Gebiet der Filtration“, hat mit 20.000 Mitarbeitern zuletzt einen Umsatz von gut 4 Milliarden Euro erwirtschaftet, überwiegend mit Produkten für die Autoindustrie.

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