Ausstellung zu Curt Fischers Leuchten

Seine Erfindungen standen am Beginn einer Entwicklung. Sie eröffneten ein neues Zeitalter künstlicher Beleuchtung. Und doch ist Curt Fischer (1890 bis 1956) bestenfalls Spezialisten bekannt. Er gilt als Erfinder des lenkbaren Lichts, er holte es von der Decke der Fabrikhalle herab an die Wand, montierte es an Tisch und Maschine. Elektrisches Licht wurde schon seit dem Jahr 1913 mit Fortschritten bei der Herstellung von Glühlampen zu einer erschwinglichen Technik. Vor allem in Industriebetrieben verbreitete sich die künstliche Beleuchtung nach dem Ende des Ersten Weltkriegs, da die Leuchtmittel mit der Zeit besser und zuverlässiger wurden.

Curt Fischer, eigentlich Funkingenieur und in der Luftschifffahrt geschult, übernahm in seiner Heimat im thüringischen Ort Auma die Leitung einer Werkzeug- und Maschinenfabrik, die Produkte für die Porzellanindustrie herstellte. Die Firma hatte Fischers Freund und Schwager gegründet, der im zweiten Kriegsjahr gefallen war. In Erinnerung an ihn nannte er sie Industrie-Werk Auma Ronneberger & Fischer.

Am 1. März 1919 begann das Unternehmen unter neuer Regie, einen Monat bevor im nahen Weimar das Bauhaus gegründet wurde. Die thüringische Provinz war zu dieser Zeit ein Kristallisationspunkt des Neuen – in Weimar traf sich damals die erstmals frei, gleich und geheim gewählte Nationalversammlung. 80 Kilometer entfernt standen in Auma vermeintlich banalere Themen auf der Tagesordnung. „Um maßgenaue Werkzeuge und Maschinenteile zu fertigen“, heißt es in einer Chronik der Stadt aus dem Jahr 1981, „wird außer fachlichem Können auch gutes Licht benötigt.“

Daran mangelte es im Innenraum. Denn Industriegebäude und Werkstätten wurden zu dieser Zeit meist zentral mit sogenannten Tiefstrahlern beleuchtet. Sie reflektierten das Licht nach unten, ihre Lampenschirme schützten die Umstehenden vor Blendung. Sie waren aber unbeweglich montiert, also alles andere als eine smarte Technologie. Denn sobald sich Arbeiter in ihrem Umfeld bewegten, warfen sie Schatten, womöglich auch auf das Werkstück, das sie gerade bearbeiteten.

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